High-tech im Schwebezustand

Erst der ergonomische Einsatz von Tragsystemen erhöht den Nutzen moderner Medizintechnik in Hybrid-OPs, Laboren oder Diagnosezenten.

Wenngleich der technische Fortschritt praktisch in jedem medizinischen Fachbereich kontinuierlich für Verbesserungen sorgt, zeigt sich die Hochtechnologisierung der Medizin vor allem in wissenschaftlichen und diagnostischen Laboren sowie in modernen Hybrid-OPs.

Es ist kaum drei Jahrzehnte her, dass Patienten in Kliniken zunächst im klassischen Röntgenraum untersucht, anschließend im OP operiert und danach nochmals zum Röntgengerät gebracht wurden, um das Ergebnis eines chirurgischen Eingriffs zu überprüfen. Anders in den heutigen Hybrid-OPs. Sie sind mit modernen Diagnose- und Imagingtechniken ausgestattet, die jederzeit optisch aufbereitete Informationen über den Operationsbereich in Echtzeit verfügbar machen. In Hybrid-OPs lassen sich aufwändige Eingriffe durch minimal-invasive, zum Beispiel kathetergestützte Maßnahmen ergänzen oder auch ersetzen. Das beschert viele Vorteile, denn die Dauer eines Eingriffs wird ebenso reduziert wie die Tiefe der Narkosen oder die Ausdehnung von Operationswunden. Eingriffe, die früher nicht machbar oder zu risikoreich waren, sind jetzt ermöglicht. Davon profitieren Kardiologiepatienten ebenso wie die von Neuro- und Unfallchirurgen oder von Orthopäden. Die Infrastruktur in Hybrid-OPs wird dabei immer effektiver, aber auch umfangreicher.

Damit Mediziner von der Vielzahl der Geräte optimal profitieren können, sind nicht nur technische Funktionen, hohe Leistungsfähigkeit und Kompatibilität ausschlaggebend, sondern auch die Positionierung und Mobilität der einzelnen Komponenten. Moderne und leistungsfähige Trag- und Schwebarmsysteme verbessern hier die Ergonomie wesentlich, denn sie ermöglichen ein präziseres, ermüdungsfreies und effizientes Arbeiten.

In der Chirurgie müssen die Akteure heute nämlich nicht nur die medizinische Fachexpertise und handwerkliche Fähigkeiten mitbringen, sondern auch die hochspezialisierte Technik beherrschen und orchestrieren können. Dazu gehören nicht nur die im OP untergebrachten Apparaturen, die meist robotergeführt in Sekunden exakt in jede gewünschte Position gebracht werden können, ohne dass der Patient transportiert werden muss. Ebenso sind es bildgebende und bildverarbeitende Techniken, die eine 3D-Sicht auf den zu behandelnden Bereich gestatten und es erlauben, zum Beispiel feine Gefäßabschnitte oder andere Gewebesegmente vergrößert darzustellen. Diagnose und Behandlung verbessern sich dadurch deutlich, vorausgesetzt, jeder Operateur kann die bildgebenden Geräte schnell und millimetergenau navigieren, rotieren, justieren und mit hoher Wiederholgenauigkeit repositionieren.

Doch um die computerassistierte Navigation, die unter anderem zu schnelleren und sichereren Entscheidungen der Ärzte und zu einer weggenauen, präzisen Operationsführung führen soll, nutzen zu können, müssen die Ärzte die Vielzahl von Kontrollinformationen und Bilder von jeder Warte aus aufnehmen und im Blick behalten können, ohne sich vom Patienten abzuwenden. Die Geräte dürfen die Mediziner dabei nicht behindern, sondern müssen sich mit wenig Aufwand in die gewünschte Lage manövrieren lassen. Der Wirkungsgrad der technologischen Errungenschaften hängt also wesentlich davon ab, wie gut die Handhabung der verschiedenen Komponenten auf die Erfordernisse des medizinischen Personals zugeschnitten ist. Ergonomie kann in sensiblen und überlebenskritischen Bereichen der Medizin daher nicht hoch genug geschätzt werden. Essentiell bei der ergonomischen Betrachtung ist das ermüdungsfreie Arbeiten der Spezialisten, die über viele Stunden am OP-Tisch stehen. Den Akteuren darf durch die Geräte keine belastende Körperhaltung aufgezwungen werden. Stattdessen sollen sich die Gerätepositionen dynamisch den Erfordernissen der Medizinerteams anpassen. Wesentliche Voraussetzung für den bestmöglichen Nutzen der Komponenten ist deshalb das komfortable und benutzerorientierte Handling, was eine Herausforderung für die Geräteentwickler und Systemhersteller darstellt.

Mit den stufenlos höhenverstellbaren und für die typischen im medizinischen Umfeld auftretenden Lastenbereiche bietet HASEKE eine Produktfamilie an Trag- und Schwebearmen, die die bestmögliche Anordnung medizinischer Geräte im OP ermöglichen. Das Portfolio bildet nicht nur alle Traglastbereiche im Low-End- (1 bis 30 kg), Midrange- (20 bis 60 kg) und Schwerlastbereich (50 bis 150 kg) ab, sondern umfasst durch deckengestützte Laufwagensysteme und horizontale Verlängerungsausleger auch Reichweiten, die das volle Volumen selbst von großen Hybrid-OPs überstreichen können. Konsequenterweise findet man heute das Produktsegment des Herstellers in renommierten medizinischen Einrichtungen, unter anderem im Bad Oeynhausener Herz- und Diabeteszentrum, wo Chirurgen und Kardiologen mit High-tech- Ausstattung optimal zusammenwirken und zeitgleich operieren können.

Der Umfang an Bildschirminformationen ist in den letzten Jahren ebenso gestiegen wie die Monitorgrößen. Verschiedene Darstellungsmethoden oder -aspekte erfordern oft die gleichzeitige Begutachtung von mehreren Ansichten bis hin zu Bildüberlagerungen und das Einbinden von optionalen Kommunikationsbildschirmen, um Experten aus anderen Einrichtungen hinzuzuziehen. Die Forderung, acht oder mehr große Darstellungen im Sichtbereich zu bewegen, dürfte langfristig nicht die Grenze darstellen. Somit ist deren Anordnung keine triviale Aufgabe. Das Gesamtgewicht der Großbildschirme und der notwendigen Monitorhalterungen erreicht daher leicht dreistellige Kilogrammwerte. Und – last not least – sind neben den Monitoren auch noch Lichtsysteme, Beleuchtungselemente und andere Apparaturen zu arrangieren, sodass der bestmöglichen Anordnung aller Elemente immer größere Aufmerksamkeit zukommt. Der erhebliche ergonomische Gewinn durch die Trag- und Schwebearme resultiert also vor allem aus der Möglichkeit, die Großbildschirme in den perfekten Blickwinkel für die Operateure schweben und sie jederzeit an eine andere Position fahren zu lassen. So können die Mediziner während eines Eingriffs alle Visualisierungen und Kontrollparameter auf den verschiedenen Monitoren im Blick behalten, interpretieren und präziser agieren.

HASEKE hat langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet. Das Unternehmen gewährleistet höchste Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit für seine Produkte, die alle spezifischen Normen erfüllen und konsequent weiterentwickelt werden.Umfangreiches Zubehör von Auslegerarmen über Deckenschienen mit Fahrwagen und Kabelmanagement bis hin zum Monitorträger bieten ein breites Spektrum, wobei die Kompatibilität mit allen marktüblichen Systemen vorausgesetzt werden kann. An den multifunktionalen Tragsysteme schweben Geräte mit Gewichten von bis zu 60 kg, die sich dennoch schnell und leichtgängig in und aus dem Aktionsbereich bewegen lassen. Die leichtgängigen Präzisions-Tragsysteme HMA Lift 1000, HMA Lift 400/500/550, HMA Lift 25 und HMA Lift 20 sind in der Branche bekannt. Neu sind vier Produkte mit zusätzlichen Funktionalitäten und für weitere Anwendungsgruppen, die erstmals auf MEDICA in Düsseldorf präsentiert werden.