Es muss nicht immer Edelstahl sein - Haseke präsentiert neue „saubere“ Tragsystem-Oberfläche für hygieneaffine Branchen

Höhenverstellbare Tragarme schaffen für die ergonomische Ausgestaltung von maschinennahen Bedienerarbeitsplätzen anerkanntermaßen fundamentale Verbesserungen. Jedoch sind solche Balancer-Systeme in einigen Branchen, wie beispielsweise in der Nahrungsmittel- und der Verpackungsmaschinen-Industrie auch heute noch nur recht selten anzufinden. Dieser Umstand resultiert vor allem daraus, dass in den produktionsnahen Bereichen gerade von Lebensmittel- und Getränkeindustrie für Maschinen und Ausrüstungen stets besonders hohe Hygieneanforderungen gestellt werden.

Vor allem betrifft dies die jeweiligen Geräteoberflächen, von denen auch bei ungewollten Stoßkontakten keine Partikel abplatzen und in Produktionsbehältnisse fallen dürfen. Deshalb schienen teure, und nur in begrenztem Umfang verfügbare Edelstahllösungen bisher die einzige Option zu sein. Der westfälische Tragarmspezialist HASEKE, der immer wieder für seine kreativen und zukunftsorientierten Entwicklungen gerühmt wird, hat nun auch an dieser Front einen signifikanten Fortschritt erzielt und stellt für sein Tragsystem-Portfolio zukünftig Oberflächen bereit, die auch für Branchensegmente mit sehr hohen Hygiene-, Festigkeits- und Reinlichkeitserfordernissen geeignet ist. Durch intensive Pionierarbeit hat Haseke für seinen Tragsystem-Baukasten die Möglichkeit einer Spezialbeschichtung erschlossen. Hasekes Standardkomponenten aus Guss mit einer entsprechend beschichteten, hochstabilen Oberfläche werden die Anforderungen eines Großteils jener erfüllen können, die bislang keine Alternative zu Edelstahl fanden. Damit sind nun auch in hygieneaffinen Industrien längst überfällige, ergonomische Verbesserungen rund um die Mensch-Maschine-Schnittstelle möglich, die zudem deutlich kostenfreundlicher gestaltet werden können, als das mit Spezialanfertigungen oder Kleinserien aus Chrom-Nickel-Stahl möglich wäre.

Bereits seit einigen Jahren berichten Fachreports zur Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz davon, dass gerade an Produktionsarbeitsplätzen in der Nahrungsmittelindustrie erhebliche Probleme mit der Rückengesundheit beobachtet werden. Die Ursachen für das dort häufige Auftreten von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sind nicht nur im oft nötigen langen Stehen und schweren Heben und Tragen zu finden, sondern auch in der ungesunden Haltung an Bedienpanels und Kontrollterminals, deren Position nicht an die unterschiedlichen Physiognomien der Bediener angepasst werden können. Entsprechende Rückenerkrankungen oder -schmerzen führen nicht nur zu reduzierter Leistungsfähigkeit, sondern auch in erheblichem Umfang zu Arbeitsunfähigkeitstagen, was unmittelbar erhöhte betriebliche Kosten nach sich zieht. Durch präventive Investitionen in ergonomischere Arbeitsplatzgestaltungen ließen sich solche Belastungen effektiv vermeiden. Mit Hilfe höhenverstellbaren und komfortabel zu bedienender Tragarm- und Balancer-Systeme werden Panel, Steuergehäuse, Kontrollmonitore und andere Bedienerschnittstellen schnell in die jeweilige Wunschposition gebracht. In den meisten anderen Industriebereichen, wie in der Automotive-Industrie und im Maschinenbau, haben sich diese fortschrittlichen Balancer-Lösungen längst durchgesetzt. Für die Nahrungsmittel- oder die Lebensmittelverpackungsindustrie sind sie aber auch heute wegen der geforderten Oberflächenbeschaffenheit nur sehr begrenzt greifbar. Die Anforderung lautete bisher immer: Wenn Hygiene und Korrosionsschutz im Vordergrund stehen, darf es nur Edelstahl sein. Aber eben diese Einschränkung entpuppte sich als Hemmnis für die Ergonomisierung der Arbeitsplätze, denn lediglich ein stark limitiertes Spektrum von Edelstahllösungen für kleine Traglasten ist auf dem Markt erhältlich, welches zudem in aller Regel in preislich anspruchsvollen Höhen rangiert. Dies resultiert vor allem daraus, dass Edelstahl vorrangig in bestimmten Formgebungen erhältlich ist und nur mit entsprechend hohem Aufwand zum Beispiel in komplexe Gelenk-Geometrien transformiert werden kann. Teure Spezialanfertigungen wie individuelle Schweißlösungen werden aber für Tragsysteme kaum so wirtschaftlich sein, dass sie unter anderem in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie auf breiter Front die dringend notwendigen gesundheitsfreundlicheren Arbeitsbedingungen schaffen können.

HASEKE hat deshalb seit einiger Zeit bei seinen Kunden untersucht, warum die Forderung nach Edelstahl denn bisher stets als unumgänglich galt. Und hier stieß man immer wieder auf ein spezielles Risiko, das insbesondere die stark verbreitete Pulverbeschichtung von Gußstahl und Aluminium mit sich brachte. Zwar gewähren Pulverbeschichtungen die geforderten, guten Reinigungsmöglichkeiten und beträchtliche Widerstandsfähigkeit gegen Feuchte und andere rauhe Arbeitsplatzbedingungen, aber sollte es beispielsweise durch unvorsichtiges Hantieren eines Bedieners zu einem unabsichtlichen, heftigen Stoßkontakt mit der beschichteten Komponente kommen, können dabei Farbpartikel oder Pulver abplatzen und abfallen. Sollte so etwas an Verpackungsanlagen für die Nahrungsmittel-Industrie, wie zum Beispiel bei der Befüllung von Milchtüten oder Joghurtbechern, bei der Fleischverarbeitung oder bei anderen Lebensmittelbearbeitungsprozessen passieren, wären damit unmittelbar Gefahren für die Verbrauchergesundheit verbunden. Der jeweilige Maschinenhersteller hätte nicht nur massiven Reputationsverlust zu befürchten, sondern stünde auch haftungsrechtlich im Fokus. Doch auch außerhalb der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung gibt es ähnliche Betrachtungen. In der Pharmabranche oder in Labor- und Reinraum-Umgebungen gilt es, Risiken, wie sie aus relativ leicht verletzbaren Beschichtungen resultieren können, unbedingt auszuschließen. Gefordert sind überall dort also Oberflächen, von denen auch bei heftigen Stoßkontakten oder gar Verformungen kein Material abplatzen kann und die dabei dennoch gleichzeitig Korrosionsfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen herausfordernde Umweltbedingungen und dazu hohe Haltbarkeit zeigen.

Angesichts dieses Anforderungsprofils hat man bei Haseke verschiedene neue Oberflächenbeschichtungen unter die Lupe genommen und sich nach ausführlicher Analyse dafür entschieden, eine technologisch außerordentlich anspruchsvolle Spezialbeschichtung für die Gelenke der gesamten HASEKE Balancer-Produktfamilie verfügbar zu machen. Das entsprechende Know-How wurde aufgebaut und konkrete Anwendungsprojekte sind bereits angelaufen. Dadurch dass die aufgetragene, dünne Spezialbeschichtung in das Trägermaterial eindiffundiert ist nicht nur eine saubere, sondern auch eine im normalen Betrieb praktisch unzerstörbare Oberfläche geschaffen. Die von HASEKE ausgewählte Beschichtung eignet sich für viele Anwendungen umso mehr, weil sie sich durch Beständigkeit gegen Wasser, Luft, verdünnte Säuren und die meisten Laugen auszeichnet. Die Bedeutung dieses neuen Weges für die Kunden bringt Hasekes geschäftsführender Gesellschafter, Dipl.Ing. Uwe Kunitschke, auf den Punkt: „Unsere Standardkomponenten aus Guss mit dieser spezialbeschichteten Oberfläche liefern zwar nicht für alle, aber für sehr viele Anwendungsbereiche, die besondere Hygieneanforderungen stellen, endlich eine sinnvolle Alternative zu Edelstahl, die viele der typischen Qualitäten von Chrom-Nickel-Stahl eben auch für komplexe Geometrien, wie Tragsystem-Gelenke, bereitstellen kann, - und das auch noch deutlich kostengünstiger als Edelstahllösungen. Wir glauben, dass weit mehr als die Hälfte des sogenannten VA-Marktes jetzt über den Rand des Edelstahltellers hinausblicken wird.“

Eine zusätzliche gute Nachricht für die Anwender ist, dass HASEKE die Spezialbeschichtung nicht nur für einzelne Elemente aus seinem umfangreichen Tragsystem-Portfolios verfügbar machen möchte, sondern dass hiermit das vollständige, im gesamten Tragsystem-Markt einmalige Baukastensystem ausgestattet werden kann. Die Kombination der speziell beschichteten Gelenke mit den weit verbreiteten, eloxierten Tragrohren eröffnen preislich besonders wettbewerbsfähige Balancer-Lösungen und sie weisen ein hohes Maß an Ästhetik auf. So bleiben ergonomische, adaptive Positionierungen von Mensch-Maschine-Schnittstellen als ebenso intelligente wie elegante Lösung nun auch für die gesamte Nahrungsmittelindustrie und Bereiche mit ähnlichen Hygieneanforderungen endlich kein Wunschtraum mehr, sondern lassen sich ohne großen Aufwand in neue, wie auch in bestehende Systeme integrieren.